10. August 2026
Exkursion zum Bundeswehrkrankenhaus Ulm
Das „BWK Ulm“ – ein Militärkrankenhaus zur exklusiven Versorgung von Soldatinnen und Soldaten, oder auch ein „ganz normales“ Krankenhaus für die Bürgerinnen und Bürger der Region?
Viele der Teilnehmer an unserer Exkursion mögen ihre eigenen Erfahrungen mit dem Bundeswehrkrankenhaus in Ulm bereits gesammelt haben. Beste Gelegenheit also, dieses Bild von den zwei Seiten zurechtzurücken.
Mit Unterstützung und in Begleitung unseres Landtagsabgeordneten und ehemaligen Landrats Neu-Ulm, Thorsten Freudenberger, hat der ASP Neu-Ulm mit über 30 Beteiligten diesen exklusiven Einblick in die Rolle und die Fähigkeiten des BWK erhalten. Der Kommandeur und Leitende Ärztliche Direktor, Generalarzt Prof. Dr. med. Friemert, hatte sich persönlich diesen Vormittag für uns Zeit genommen und mit seinem Vortrag neben der Vorstellung seines Hauses auch dessen innen- und sicherheitspolitische Relevanz im Rahmen der Landes- und Bündnisverteidigung und der zivilen Verteidigung Deutschlands dargestellt.
Etwa 330 von 500 Betten seien aktuell im Krankenhausplan des Landes Baden-Württemberg zur Versorgung der Bürgerinnen und Bürger vorgehalten. Aber Achtung! Ein Militärkrankenhaus würde im Verteidigungsfall andere Schwerpunkte setzen! Militärisches medizinisches Fachpersonal wird sich dann größtenteils nicht mehr vor Ort befinden, sondern seinen militärischen Auftrag im Einsatzgebiet erfüllen. „Zivile Verteidigung“ ist deshalb auch im Bereich der Gesundheitsversorgung umfassend und gesamtgesellschaftlich zu denken. Sie darf keine abstrakte politische Planungsabsicht mit Blick auf eine militärische Bedrohung Europas sein, sondern ist wesentlicher Bestandteil einer dringend zu stärkenden nationalen Krisenvorsorge. Große Herausforderungen bestehen beispielsweise im Bereich des interdisziplinären Lagebildes bezüglich des zivilen und militärischen Patientenaufkommens. Was können wir (noch), wenn es zum Schwur kommt? Aus seiner geografischen Lage heraus wird Deutschland zwangsläufig zur Drehscheibe, in der sich zivile und militärische Aufgaben überschneiden und massiv (!) zunehmen.
Kaum beruhigend, angesichts dieser großen nationalen Herausforderungen, aber dennoch wirklich überzeugend und beeindruckend sind dagegen die aktuell und ganz real für Stresssituationen vorgehaltenen Fähigkeiten des BWK, die wir bei einem Rundgang in Augenschein nehmen durften.
Die Fragen, die wir uns zu Beginn dieser Exkursion stellten, wurden mehr als deutlich beantwortet: Politik, Gesellschaft, jede Bürgerin und jeder Bürger müssen den Stellenwert ziviler Verteidigung – auch im Bereich des Gesundheitswesens – sehr ernst nehmen. In Frieden leben und Sicherheit garantieren sind zwei Seiten derselben Medaille.
Tobias Christian